Ungewöhnlicher Arbeitseinsatz

Ungewöhnlicher Arbeitseinsatz für Angler

Der See ist wieder dicht

Lengerich/Tecklenburg –

Als ob bei einer Badewanne der Stöpsel gezogen worden ist. Diesen Vergleich zog der Vorsitzende des Angelvereins Lengerich heran, um das Geschehen am Königssee in Tecklenburg zu schildern. Nun sitzt der Stöpsel in Form eines Metallblechs wieder.

Vor einigen Wochen war ein sogenanntes Mähboot über den Königssee in Tecklenburg gefahren, um Teichrosen abzuschneiden und mit Hilfe eines großen Rechens aus dem See zu holen. Dabei kam es zu einem Zwischenfall: Das Boot hatte eine Blechplatte weggeschoben, die vor ein Rohr gebaut worden war, um dem Abfluss von See eins in See zwei zu verhindern. Das geschah zunächst unbemerkt, hatte nun aber einen größeren Arbeitseinsatz zur Folge.

„Irgendwann haben wir uns gewundert, dass der große Teich immer weniger Wasser hat“, erläutert Gewässerwart Jürgen Wegener vom Angelverein Lengerich. Die Ursache war schnell gefunden und so musste ein neues Blech her, das am Wochenende eingesetzt wurde.

Harald Heye, Vorsitzender des Angelvereins, zieht den Vergleich zu einer Badewanne, bei der plötzlich der Stöpsel gezogen werde. Das Montieren des neuen Blechs gestaltet sich nicht ganz leicht. „Es geschieht alles mehr oder weniger unter Wasser“, so Jürgen Wegener. Zwar stehen die Mitarbeiter nur bis zu den Knien im trüben Nass, das Blech an sich muss aber an ein unter der Oberfläche gelegenes Rohr angebracht werden.

Nachdem das endlich geschafft ist, gilt es, neues Wasser in dem Gewässer aufzustauen. „Ein See kann nur über einen längeren Zeitraum bestehen, wenn er gepflegt wird“, sagt Harald Heye. Aus diesem Grund müssen auch die vielen Teichrosen entfernt werden, damit wieder Licht in den Organismus See gelangen kann. „Auf einen Quadratmeter gibt es ungefähr 5000 Lebewesen“, erzählt Gewässerwart Wegener. Darunter sind Fischarten wie Hecht, Zander, Karpfen, Schleie und Rotauge.

Die zurückgeschnittenen Seerosen – von dem Mähboot im Vorfeld ans Ufer gefahren – werden nun ebenfalls von fleißigen Mitgliedern zur Seite geschafft. Der See soll so bald wieder ein attraktives Ziel für Angler und auch für Ausflügler werden.

Den Einsatz in Tecklenburg verbinden die Verantwortlichen des Lengericher Vereins mit einem Appell: Um Aktionen, wie die am Wochenende stemmen zu können, benötige der Verein jedoch Mitglieder, die sich beteiligen. „Wir freuen uns immer, wenn sich interessierte Leute an uns wenden“, so Harald Heye. Angeln sei ein naturbezogenes Hobby, das weit mehr als nur das eigentliche Angeln zu bieten habe. „Die Teichpflege gehört natürlich auch dazu.“

WN-Bericht von  Jendrik Peters

 

 

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