Kaum noch Leben in den Bächen

Zeitungsberich der WN: Kaum noch Leben in den Bächen

Ob Lengericher Aabach, Wechter Mühlenbach, Aldruper Aabach oder Ladberger Mühlenbach: In den Kleingewässern fließt wieder Wasser, nachdem sie in der Hitzewelle so gut wie ausgetrocknet waren. Also alles wieder gut?

Von Michael Baar

Foto: Lengericher Aabach

So wie auf diesem Bild sahen zum größten Teil die Lengericher Bäche aus während der Hitzeperiode: ausgetrocknet und ohne Leben. Um das Habitat, den Lebensraum, wieder aufzubauen, wird es Jahre bedürfen, schätzt der Angelverein Lengerich. Foto: Angelverein Lengerich

Der Augenschein trügt. Michael Brand spricht von einem „Totalverlust von Kleinstlebewesen über Krebse und Muscheln bis Fischen“. Vorsichtig geschätzt geht der Geschäftsführer des Angelvereins Lengerich von einer Schadenssumme von rund 10 000 Euro aus. „Seit gut zehn Jahren“, so erzählt er im Gespräch mit den WN, habe der Verein jährlich etwa 40 000 Kleinfische als Besatz, schwerpunktmäßig Bachforellen und Aale, ausgebracht. „Das ist alles weg.“

Wie viele der Tausende Fische, die in den vier Gewässern gelebt haben, durch die Hitzewelle ums Leben gekommen sind, vermag Michael Brand nicht abzuschätzen. Ein Teil werde, der Strömung folgend, in den Unterlauf der Bäche abgewandert sein. Eine „nicht unerhebliche“ Zahl an Fischen sei mit Trockenfallen der Gewässer verendet.

Der Verein hat konkrete Vorstellungen, wie die Folgen solcher Trockenperioden in künftigen Jahren abgemildert werden könnten: Vertiefungen, Sohlschwellen und Sandfänge sollen den Schuppenträgern sowie Krebsen, Muscheln und Kleinstlebewesen das Überleben solcher Wetterphänomene erleichtern.

Am Lengericher Aabach, so berichtet der Geschäftsführer, gebe es bereits einen Sandfang. Doch der sei ausgerechnet in der Hitzeperiode ausgebaggert worden, weil er total verschlammt gewesen sei. Sonst hätten dort unter anderem Kleinstlebewesen eine Überlebenschance gehabt.

Finanziell, daraus macht Michael Brand keinen Hehl, sei der Verein nicht in der Lage, diese Aufgaben zu stemmen. Aus den Beiträgen der rund 200 Mitglieder sei das nicht möglich, erläutert er im Gespräch. Also hat sich der Geschäftsführer hingesetzt und rund 120 Firmen in Lengerich und Umgebung angeschrieben mit der Bitte, dem Verein bei der Vorsorge für künftige Hitzewellen zu helfen.

„Wir hatten uns von einigen Firmen mehr Unterstützung erhofft“, räumt er ein, dass die Resonanz hätte besser sein können. Immerhin müsste zum Herbst mit den Arbeiten für Vertiefungen, Sohlschwellen und Sandfänge begonnen werden.

Fische hat der Angelverein inzwischen bestellt – um die Verluste nach und nach auszugleichen. 2000 Gründlinge stehen auf der Vormerkliste. Diese sollen an zehn bis zwölf Stellen an den vier Bächen ausgesetzt werden. Hinzu kommen 350 Kilogramm Moderlieschen und andere Fische. „Das entspricht einem Betrag von rund 2000 Euro und damit dem, was bislang an Spenden eingegangen ist“, stellt er fest.

Ohne Unterstützung, daran lässt der Geschäftsführer keinen Zweifel, könne der Verein die Aufgaben nicht bewältigen. Kreis und Stadt verfügen über das schwere Gerät, das für die Arbeiten an den Gewässern benötigt wird.

Auch wenn wieder Wasser in den Bächen fließt: „Das ist allenfalls die Hälfte des normalen Volumens. Da fehlen weitere Regenfälle“, berichtet Michael Brand. Und dass die in die Unterläufe abgewanderten Fische mit steigendem Pegel an ihre alten Standorte im Oberlauf zurückkehren, glaubt er ebenfalls nicht. „Die meisten werden dort bleiben, wo sie hingegangen sind.“ Um das Habitat in Lengerich wieder aufzubauen, seien Jahre und viel Sorgfalt erforderlich.

Spendenaktion

 Auch wir als örtlicher Angelverein sind von der Hitzewelle nicht verschont geblieben.

Wir verzeichnen insbesondere in den Lengericher Bächen (Foto im Anhang) einen Totalverlust von Kleinstlebewesen über Krebse, Muscheln, Bitterlinge, Flussneunauge und anderen Fischen wie Bachforellen, Aale, Hechte, Weißfische und sonstige Arten. Durch langjährige Besatz Maßnahmen wurde durch den Verein ein beachtlicher Bachforellen und Aalbestand aufgebaut. Nach vorsichtigen Schätzungen gehen wir von einer Schadenssumme in Höhe von ca. 10.000€ aus.

Wir wollen und müssen jetzt, natürlich wenn es die Wetterlage zum Herbst wieder zulässt, die Bäche wieder mit Fischen, Muscheln und Krebsen besetzten. Diesen Ausfall können wir nicht alleine stemmen. Nur über Jahre kann das Lengericher Habitat wieder sorgsam aufgebaut werden. Daher bitten wir Sie um eine Spende für den Aufbau der Fauna in den Lengericher Bächen wie dem Ladberger Mühlenbach, Lengericher Aabach, Wechter Mühlenbach und Aldruper Aabach.

Wir danken den bis jetzigen Spendern für Ihre Unterstützung.

  • Firma Lewedag
  • Firma Kitzmann-Gruppe
  • Firma Upmeyer Haustechnik GmbH
  • CPO Citipost Osnabrück GmbH & Co.KG
  • Nosta Logistics GmbH
  • Dachdecker Horst Berg GmbH
  • Sparkasse lengerich
  • VR-Bank Kreis Steinfurt
  • Wagener & Co.GmbH
  • Kraftfahrzeugmeisterbetrieb W,Haarlammert GmbH
  • Ventker Metallbau GmbH & Co.KG
  • Stadtwerke Lengerich

Wer den Angelverein unterstützen möchte mit einer Spende bitte unter Mail: geschaeftsfuehrer@av-lengerich.de oder vorstand@av-lengerich.de melden. Oder auch 1.Vorsitzender F.Jänsch 0152-56323522 und Geschäftsführer M.Brand 0176-81676717. Jeder Spender erhält eine spendenquittungen.

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